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19.2.2018

Pressespiegel

Erbschaft und Erbschaftsteuer

Kleinschmidt im Wochenspiegel vom 29.02.2012 zu Erbrecht und Erbschaftsteuer

Wir kennen nicht die Stunde: 

Erbrecht und Erbschaftsteuer

 

Der Tod eines Menschen ist unausweichlich. Trotzdem wird häufig nicht bedacht, dass rechtzeitig Vorkehrungen getroffen werden müssen: für das Vermögen, für das Unternehmen, für die Bestattung.

Sicher: wenn es kein Testament gibt, bestimmt unmittelbar das Gesetz, wer in welchem Umfang erbt: der überlebende Ehegatte, die Kinder oder die anderen Verwandten in einer festen Ordnungsreihenfolge und mit festgelegten Anteilen. Wenn mehrere Personen erben, bilden sie eine Erbengemeinschaft. Da diese nur gemeinschaftlich entscheiden kann, kommt es häufig zu schweren Auseinandersetzungen, die den Verkauf eines Hauses notwendig machen, ein ererbtes Unternehmen an den Rand des Ruins bringen oder auch die Übertragung von Konten und Depots langwierig verzögern können.

Wer solche Folgen vermeiden will oder keine nahen Angehörigen hat, sollte die Erbfolge durch ein Testament regeln. Das muss bei einem Notar oder vollständig selbst handschriftlich aufgesetzt werden: die konkrete Bezeichnung der Erben, Datum und Unterschrift sind dabei selbstverständlich. Weil aber auch einzelne Formulierungen wichtig sind, um später Auslegungsprobleme zu vermeiden, ist rechtlicher Rat sinnvoll. Eine Hinterlegung des Testaments und Erfassung im Testamentsregister ist möglich. Damit wird zugleich sichergestellt, dass das Testament auch wirklich beachtet wird - nicht bedachte Erben sollen nämlich schon einmal den letzten Willen beiseite geschafft haben.

Ehegatten können auch ein gemeinschaftliches Testament erstellen.

Mit einem Vermächtnis lassen sich zudem Vermögensvorteile (Geld oder andere Vermögenswerte) einer natürlichen Person oder einem Verein zuwenden, ohne dass der Bedachte als Erbe eingesetzt wird. Pflichtteile stehen insbesondere den Kindern zu, die nicht als Erben eingesetzt wurden oder weniger als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils erhalten sollen.

Jedes Testament kann jederzeit geändert und damit an eine neue Situationen angepasst werden.

Mit der Anordnung einer Testamentsvollstreckung ist ein ganz wichtiges Gestaltungsmittel gegeben. Der Testamentsvollstrecker ist grundsätzlich an die Weisungen des Erblassers gebunden; er ist aber unabhängig von Vorschriften der Erben.

Bei jedem Todesfall ist auch das Finanzamt mit von der Partie. Es gibt für Ehegatten und Kinder hohe Freibeträge: eine Erbschaftsteuer-Erklärung ist zumeist trotzdem abzugeben. Jede Bank hat im übrigen die Kontostände zum Todestag dem Finanzamt schon mitgeteilt, so dass eventuell noch eine Nachversteuerung von Zinserträgen für bis zu zehn Jahren erfolgen muss. Denn jedes Bankgeheimnis endet mit dem Tode. Dass das neue Erbschaftsteuergesetz von 2009 bei dem Bundesverfassungsgericht auch wieder auf dem Prüfstand steht, ist dabei kein Trost.

undefinedWolf-Dieter Kleinschmidt

Steuerberater und Rechtsbeistand
Mitglied der Rechtsanwaltskammer