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24.9.2018

Pressespiegel

Steuern sparen bei Schnee und mit Tieren



 

Kleinschmidt im Wochenspiegel vom 28.12.2016:

Haushalt ist doch mehr als nur die Wände der eigenen Wohnung. Mit dieser Problematik hatte sich der Bundesfinanzhof (BFH) kürzlich in mehreren Urteilen beschäftigt, weil es um den Steuerabzug für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen ging.

In allen entschiedenen Fällen wurde vom BFH die ganz enge Sicht der Finanzverwaltung verworfen. Das hat das Bundesfinanzministerium endlich auch allgemein anerkannt und seine Auffassung in einem 37 Seiten umfassenden Anwendungsschreiben zu § 35 a EStG am 09.11.2016 aktualisiert.

Der Begriff „im Haushalt“ kann künftig auch das angrenzende Grundstück umfassen, sofern die haushaltsnahe Dienstleistung oder die Handwerkerleistung dem eigenen Grundstück dienen. Somit können beispielsweise Lohnkosten für den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück als haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigt werden.

Auch Hausanschlusskosten an die Ver- und Entsorgungsnetze können im Rahmen der Steuerermäßigung begünstigt sein.

Die Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion einer Anlage ist ebenso eine Handwerkerleistung wie die Beseitigung eines bereits eingetretenen Schadens oder Maßnahmen zur vorbeugenden Schadensabwehr. Deshalb können künftig beispielsweise alle Schornsteinfegerleistungen, die Dichtheitsprüfungen von Abwasserleitungen, Kontrollmaßnahmen des TÜVs bei Fahrstühlen oder auch die Kontrolle von Blitzschutzanlagen begünstigt sein.

Auch für ein mit der Betreuungspauschale abgegoltenes Notrufsystem, das innerhalb einer Wohnung im Rahmen des Betreuten Wohnens Hilfeleistung rund um die Uhr sicherstellt, kann nun die Steuerermäßigung in Anspruch genommen werden.

Wer seine Haustiere zu Hause versorgen und betreuen lässt, wird in Zukunft ebenfalls von diesem Steuervorteil profitieren, da Tätigkeiten wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und die sonstige Beschäftigung des Tieres als haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt werden können.

Auch haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse mit Angehörigen, die nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen leben (z. B. mit Kindern, die in einem eigenen Haushalt leben), können zu Steuerersparnis führen. Allerdings werden sie steuerlich nur anerkannt, wenn die Verträge zivilrechtlich wirksam zustandegekommen sind, inhaltlich dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen und tatsächlich auch so durchgeführt werden.

Voraussetzung aber bleibt weiterhin: Rechnung und Zahlung über Bankkonto. Eine Barzahlung wird steuerlich nicht anerkannt.

Wolf-Dieter Kleinschmidt

Steuerberater und Rechtsbeistand