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19.2.2018

Pressespiegel

elektronische Abgabe von Steuererklärungen bis zum 31.05.

Kleinschmidt im Wochenspiegel vom 23.05.2012 zur elektronischen Abgabe von Steuererklärungen bis zum 31.05.

Abgabe der Steuerklärung: Frist 31.05.2012

Jedes Jahr derselbe Ärger mit der Steuererklärung. Belege und Bescheinigungen müssen gesichtet, fehlende noch angefordert und dann alles der richtigen Einkunftsart zugeordnet werden. Aber nun wird es höchste Zeit. Denn die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung 2011 bei dem Finanzamt endet am 31.05.2012. Mit einer plausiblen Begründung wird das Finanzamt auf Antrag sicherlich einen kurzen Aufschub gewähren. Wird die Erklärung jedoch ohne Begründung für die Verspätung erst später abgegeben, besteht neuerdings sogar die Gefahr, wegen einer Steuerstraftat belangt zu werden.

Fristverlängerung bei Einschaltung des Steuerberater

Wer seine Steuererklärung durch einen Steuerberater bearbeiten lässt, kann aber erst noch einmal beruhigt in den Urlaub fahren oder die Belegsuche in weniger hektische Tage verlegen. Denn für diese Erklärungen  läuft die Frist zur Abgabe erst am 31.12.2012 ab. Allerdings sollte der Auftrag an den Steuerberater möglichst bald erteilt werden.

Ab 2011 müssen alle Steuererklärungen an das Finanzamt elektronisch übermittelt werden.

Schon lange will das Finanzamt diese Form, weil damit dort schnellere Bearbeitungen ermöglicht und Fehler bei der Übertragung von Papier-Erklärung in den Finanzamts-Rechner vermieden werden. Auch soll es dadurch zu schnelleren Erstattungen kommen. Sicher ist aber auch, dass mit einer zunehmenden Verpflichtung zur Einreichung von Computer-Daten eine bessere "Überwachung" der Steuerpflichtigen ermöglicht wird.

Jetzt ist die elektronische Übermittlung jedenfalls für Unternehmer Pflicht. Auf den ersten Blick: nur für sie.

Aber auch Anleger mit einer Beteiligung an einem gewerblichen Fonds, wie er zumeist bei Immobilienfonds üblich ist, erzielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Nur deswegen müssen auch sie jetzt die Erklärung elektronisch übermitteln. Das Bundesfinanzministerium hat erst kürzlich erklärt, dass es von dieser Pflicht keine Abweichung geben wird, weil der Gesetzgeber nicht danach differenziert, ob die Gewinneinkünfte im Einzelfall überwiegen. Also: jeder Cent aus gewerblichen Anteilen führt zur Elektronik-Pflichtabgabe.

Ohne Zweifel: der erste Schritt in das Computer-Zeitalter in der Finanzverwaltung und bei der Sozialversicherung ist längst gemacht. Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Lohnsteueranmeldungen und alle Meldungen zur Sozialversicherung müssen seit Jahren elektronisch erfolgen. In Kürze folgen sämtliche betrieblichen Steuererklärungen sowie alle Jahresabschlüsse.

Ein Vorteil der elektronischen Übermittlung ist der Verzicht des Finanzamtes auf Vorlage einer Fülle von Belegen bereits mit der Steuerklärung. Auf jeden Fall müssen eingereicht werden: Spendenquittungen, Nachweise der Behinderung und in bestimmten Fällen Steuerbescheinigungen bei Kapitaleinkünften. Doch alles, was steuermindernd beantragt wird, sollte auch tatsächlich belegt werden können. Denn das Finanzamt kann im Einzelfall noch die Vorlage der Belege bis zur Bestandskraft des Steuerbescheides anfordern.

Wolf-Dieter Kleinschmidt

Steuerberater und Rechtsbeistand
Mitglied der Rechtsanwaltskammer