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21.4.2018

Pressespiegel

Business-Kleidung steuerlich nicht absetzbar

 

Kleinschmidt im Wochenspiegel vom 01.10.2014:

Business-Kleidung (Anzug, Hemd, Hose, Schuhe) ist nicht als typische Berufsbekleidung im Sinne des § 9 EStG anzusehen. Daher sind die Anschaffungskosten nicht als Werbungskosten von der Steuer absetzbar. Denn Business-Kleidung kann nicht nur für den Beruf, sondern auch privat genutzt werden. Dies geht aus einem Urteil des Finanzgerichts Hamburg (FG) vom 26.04.2014 (6 K 231/12) hervor.

Zwar könne Business-Kleidung in bestimmten Bereichen der Förderung des Berufs dienlich sein und sogar ausschließlich für den Beruf angeschafft werden. Dennoch könne sie auch zu privaten Anlässen als bürgerliche Kleidung genutzt werden. Aufgrund dieser Möglichkeit gehöre Business-Kleidung zur allgemeinen Lebensführung, deren Kosten nach § 12 EStG aber nicht abzugsfähig seien, so das FG.

Würde es zugelassen, die Kosten für Business-Kleidung von der Steuer abzusetzen, wenn sie zumindest nahezu ausschließlich für den Beruf angeschafft wird, so würde dies nach Ansicht des FG zu einer uferlosen Ausweitung der Abzugsfähigkeit von beruflich getragener Kleidung führen. So könne jeder arbeitende Steuerpflichtige die Kosten seiner beruflich getragenen Kleidung absetzen, soweit er nur angibt, dass er sie nahezu ausschließlich für den Beruf trägt.

Deshalb sei nach Auffassung des FG nur dann von einer typischen Berufsbekleidung auszugehen, wenn sie aufgrund ihrer berufsspezifischen Eigenschaften praktisch nicht zu privaten Zwecken genutzt werden kann. Dies sei in folgenden Fällen angenommen worden: „Blaumann“, Amtstrachten, schwarzer Anzug des Leichenbestatters, weißer Arztkittel oder Uniform einer Stewardess.

Wolf-Dieter Kleinschmidt
Steuerberater und Rechtsbeistand