Sie sind hier: Kleinschmidt > Pressespiegel > Super Sonntag vom 16.08.2015: Steuertipp - Bloß kein Bargeld für den Babysitter
DeutschEnglishFrancaisEspanol
19.2.2018

Pressespiegel

Bloß kein Bargeld für den Babysitter

 

Kleinschmidt im Super Sonntag vom 16.08.2015:

Viele Eltern müssen selbst Hilfe organisieren, wenn ihr Nachwuchs betreut werden muss. Trotz Rechtsanspruch auf Kita-Platz und Ausbau der Kinderbetreuung: Gerade bei kleineren Kindern kommt manchmal eher eine Tagesmutter in Frage, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.

Die Gründe, weshalb eine Kinderbetreuung notwendig wird, sind steuerlich nicht mehr wichtig. Egal, ob beide Eltern arbeiten, ein Elternteil eine Auszeit nehmen möchte oder längere Zeit krank ist: zwei Drittel der jährlich anfallenden Kosten für Kinderbetreuung können steuerlich als Sonderausgaben angesetzt werden, wobei die Kosten den Höchstbetrag von 4.000 Euro pro Kind nicht überschreiten dürfen. Voraussetzung ist noch: Die Kinder sind jünger als 14 Jahre; bei behinderten Kindern gelten besondere Regelungen.

Allerdings müssen Eltern die entstandenen Aufwendungen nachweisen – zum Beispiel mit einer Rechnung. Und das Geld muss von einem Konto auf ein anderes überwiesen werden. Diese Vorschrift greift selbst dann, wenn die Familie zur Betreuung des Kindes einen Minijobber angestellt hat. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 18.12.2014 (III R 63/13).

Die Eltern hatten eine Teilzeitkraft beschäftigt, um ihren jüngsten Spross zu betreuen, und zahlten ihr monatlich 300 Euro in bar; ordnungsgemäß wurde die Beschäftigung bei der Minijob-Zentrale angemeldet und die fälligen Abgaben gezahlt. Deshalb beantragten sie in ihrer Steuererklärung, die anteiligen Kinderbetreuungskosten in Höhe von 2400 Euro steuerlich zu berücksichtigen.

Das lehnte das Finanzamt ab – mit der Begründung, dass die Zahlung in bar geleistet worden war. Das Niedersächsische Finanzgericht (FG), das in erster Instanz urteilte, war großzügiger: Die gesetzlich erforderliche Überweisung könne nur für Dienstleistungen gelten, nicht jedoch für Arbeitsverhältnisse. Aber der BFH sah das anders und kassierte das FG-Urteil.

Deshalb: bloß kein Bargeld geben – immer nur auf das Konto überweisen. Und schon klappt’s mit der Steuerermäßigung.

Wolf-Dieter Kleinschmidt

Steuerberater und Rechtsbeistand