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16.7.2018

Pressespiegel

Die Scheibe Wurst macht's - Finanzgericht klärt Lohnsteuer für Frühstück

Kleinschmidt im Super Sonntag vom 15.10.2017:

Wenn ein Unternehmer seinen Mitarbeitern Gutes tun will, hat er immer noch den dritten Beteiligten zu beachten: das Finanzamt. Denn das wittert bei jeder guten Tat gleich noch eine Möglichkeit, Lohnsteuer zu kassieren.

Das erlebte auch ein Unternehmer, der seine Mitarbeiter täglich morgens mit frischen Brötchen und heißem Kaffee versorgte. Darin sah das Finanzamt ein unentgeltliches Frühstück, das lohnsteuerpflichtig ist. Es handele sich bei dieser Kombination um ein „Frühstück“ und damit um eine „Mahlzeit“, die mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewerten sei; das gelte auch für Teilmahlzeiten.

Der Unternehmer wehrte sich gegen diese Rechtsauffassung des Finanzamtes und bekam von dem Finanzgericht Münster Recht.

Denn das sei steuerrechtlich kein Frühstück, weil zu den Mindeststandards eines Frühstücks nach dem allgemeinen Sprachgebrauch neben Brötchen und Getränken auch ein entsprechender Brotaufstrich gehöre, so das Finanzgericht in seinem Urteil vom 31.05.2017 (11 K 4108/14). Es habe sich wegen des fehlenden Brotaufstrichs deshalb nicht um ein Frühstück gehandelt, sondern steuerlich gesehen lediglich um "Kost".

Hätte der Unternehmer auch Aufschnitt oder sonstigen Brotbelag kostenlos angeboten, wäre das Finanzamt mit seiner Ansicht sicherlich durchgedrungen. Dann wäre das ein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug mit rund 1,50 Euro je Mitarbeiter und Arbeitstag

Allerdings muss vermutlich noch höchstrichterlich geklärt werden, was denn nun wirklich ein Frühstück ist. Denn wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Streitfrage ließ das Finanzgericht die Revision zum Bundesfinanzhof zu.