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22.2.2018

Pressespiegel

Jetzt wird’s pingelig!

 

Kleinschmidt im Super Sonntag vom 14.06.2015:

Mallorca, New York oder „Balkonien“ – jedes Jahr dasselbe Problem: wo wird Urlaub gemacht und ist er bezahlbar? Schön wenn der

Arbeitgeber dann pauschal versteuerte freiwillige Erholungsbeihilfen gewährt, die für jeden Arbeitnehmer ein willkommener Beitrag zur Urlaubskasse bilden. Im Urlaub sitzt nun einmal der Euro etwas lockerer.

Allerdings sind schon wieder bürokratische Hürden aufgebaut. Denn die günstige Pauschalversteuerung erfordert die Überprüfung durch den Arbeitgeber, dass seine Arbeitnehmer diese Zahlung auch tatsächlich zu diesem Urlaubszweck verwenden.

In seinem Urteil vom 18.02.2015 (9 K 64/13) erklärte nämlich das Niedersächsische Finanzgericht (FG), dass allein die vordruckmäßig abgegebene "Bestätigung" des Arbeitnehmers, er habe die Erholungsbeihilfe für seinen Jahresurlaub verwendet, nicht ausreiche, um dem Arbeitgeber die Möglichkeit der erforderlichen Überprüfung der zweckentsprechenden Mittelverwendung zu geben.

Der Arbeitgeber müsse sicherstellen, dass die Erholungsbeihilfe zu Erholungszwecken verwendet würde. Vermutungen über die Mittelverwendung genügten nicht.

Mindestens erforderlich wären nach Auffassung des FG zeitnahe Angaben des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber zu einer durchgeführten Reise und der Verausgabung der Reisekosten (etwa Hotelbeleg; Bestätigung eines Reiseveranstalters). Mit Vereinfachung hat diese Nachweispflicht offensichtlich nichts zu tun.

Was als Nachweis der Beihilfe steuerlich geschehen muss, wenn die Erholung nur auf „Balkonien“ stattfindet, hatte das FG aber leider nicht zu klären. Hier könnte sich der nächste Rechtsstreit anbahnen.

Trotzdem: eine gute und sonnige Urlaubszeit!

Wolf-Dieter Kleinschmidt

Steuerberater und Rechtsbeistand