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20.4.2018

Pressespiegel

Aus drei wird zwei

Kleinschmidt im Super Sonntag vom 12.01.2014:

Zum 01.01.2014 sind Änderungen im Reisekostenrecht erfolgt. Dabei gibt es sogar wieder einmal eine Vereinfachung im Steuerrecht: denn bei den Mehraufwendungen für Verpflegung mussten bisher akribisch Abwesenheitszeiten für drei unterschiedliche Pauschalsätze gezählt werden.

Jetzt gibt es nur noch zwei Pauschalen: bei eintägigen Dienstreisen mit einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden sind 12 Euro als Werbungskosten anzusetzen. Dieser neue Pauschbetrag gilt auch bei mehrtägigen Dienstreisen für den An- und Abreisetag; für Zwischentage können dann 24 Euro berücksichtigt werden. Ein Werbungskostenabzug bei dem Arbeitnehmer ist allerdings nicht möglich, wenn die Aufwendungen vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden.

Für Fahrtkosten bei einer Dienstreise können weiterhin (trotz aller gestiegenen Benzinkosten) lediglich 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden. Allerdings steckt hier der Teufel im Detail, weil diese Erstattung so eben nur für Dienstreisen, nicht aber für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zulässig sind.

Deshalb kommt es jetzt entscheidend auf die „erste Tätigkeitsstätte“ an – ein Begriff, der neu eingeführt wurde. Und damit der Steuerbürger ihn auch richtig verstehen und auslegen kann, hat das Bundesfinanzministerium am 30.09.2013 ein 52 Seiten umfassendes Schreiben mit Erläuterungen herausgegeben. Denn diese neue gesetzliche Definition ist einer der Dreh- und Angelpunkte in der Reform des steuerlichen Reisekostenrechts.

Im Normalfall eines festen Arbeitsplatzes im Betrieb des Arbeitgebers ist das unproblematisch. Aber bei Montagearbeiten oder länger dauernder Auswärtstätigkeit bedarf es umfangreicher Prüfungen, um zu dem richtigen steuerlichen Ergebnis zu kommen. Dabei muss der Arbeitgeber arbeitsrechtliche Zuordnungen vornehmen, ggf. nach quantitativen Kriterien oder Prognosen.

Auch wenn dieses Schreiben im Interesse einer einheitlichen Anwendung des neuen Rechts nur die Finanzverwaltung bindet, gibt es allen Steuerbürgern eine verlässliche Richtschnur im Umgang mit dem Finanzamt.

Wolf-Dieter Kleinschmidt
Steuerberater und Rechtsbeistand