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13.12.2018

Pressespiegel

Aus zwei Orgeln wird eine

 

 

Kleinschmidt in der Mitteldeutschen Zeitung vom 23.08.2017:

Vor acht Jahren hat sich Wolf-Dieter Kleinschmidt vom Förderkreis „Neue Orgel für Marien“ ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt: „Damals habe ich gesagt, dass an Weihnachten im Jahr 2019 die neue Orgel hier in der Marienkirche spielen soll.“ Das war zu dieser Zeit ein sehr ambitioniertes Ziel, doch die Zeichen stehen gut, dass sich Kleinschmidts Voraussage tatsächlich bewahrheiten sollte.

Eine Präsentation mit anschließendem Vortrag des Orgelbauers Reinhardt Hüfken hat nun den Anstoß gegeben für den Orgelaufbau, der im Jahr 2019 abgeschlossen werden soll. Seit 1990 konnte diese nicht mehr bespielt werden. „Der Verfall war einfach zu groß“, erklärt Johannes Lewek, Pfarrer der evangelischen Talstadtgemeinde in Bernburg.

Für den Neuaufbau werden Ausgaben in Höhe von 386.000 Euro fällig. Etwas mehr als die Hälfte  davon liegen als Spenden bereit, zunächst 178.000 Euro stammen aus einem Fördertopf des Bundes zur Sanierung von Orgeln.

Nachdem nun in diesem Jahr bekannt wurde, dass die Gemeinde auf dieses Geld zählen kann, wurde es Gewissheit: Die Orgel kann saniert werden. „Jede Spende, egal ob klein, groß oder sehr groß, hat geholfen, unserem Ziel näherzukommen“, erklärt Wolf-Dieter Kleinschmidt. Der nun bewilligte Förderantrag sei ein weiterer großer Schritt nach vorn.

Mit der Orgelsanierung kann gleichzeitig die nach 1990 begonnene Restaurierungsphase der Marienkirche vollendet werden, bei der bisher etwa 3,5 Millionen Euro in das Gotteshaus geflossen sind. Die dort befindliche Orgel stammt aus dem Jahr 1902 und der Werkstatt des bekannten deutschen Orgelbauers Ernst Röver.

Seit neun Jahren setzt sich der Förderkreis dafür ein, das Instrument zu sanieren und wieder in Betrieb zu nehmen. Dies wird jetzt passieren, allerdings wird es mit einem Exemplar aus Alsleben ergänzt. Aus zwei Orgeln wird praktisch eine gemacht. „Da es sich bei beiden Instrumenten um Röver-Orgeln handelt, ist das überhaupt kein Problem. Beide kommen aus der gleichen Werkstatt“, erklärt Kirchenarchitekt Peter Glufke.

Und das ist nicht die einzige Besonderheit, die dieses Instrument aufweisen soll. Das Gehäuse der Orgel soll etwas nach vorn verlagert werden. „So kann die Orgel von hinten betreten werden“, sagt Glufke. Der Besucher kann so ihr Innenleben bestaunen und durch eine Glasscheibe die Funktionsweise begutachten. „Dies wird eine Orgel mit einem Alleinstellungsmerkmal“, ist der Kirchenarchitekt überzeugt.

Doch bis dahin fließt noch viel Wasser die Saale hinunter. Das komplette Geld für die Sanierung liegt auch noch nicht vor. Kleinschmidt gibt sich aber optimistisch, dass das anvisierte Ziel Weihnachten 2019 machbar sein wird. „Wir schaffen das“, glaubt der Bad Harzburger.

Damit das Unterfangen auch wirklich in die Tat umgesetzt werden kann, dafür soll Reinhard Hüfken sorgen. „Er ist ein Experte für Röver-Orgeln“, sagt Peter Glufke über den Orgelbaumeister aus Halberstadt. Dieser stellt die besondere Klangart der Röver-Orgeln hervor, wodurch sich diese von anderen Orgeln unterscheiden. „Auch die handwerkliche Qualität ist ganz anders ausgeprägt und höher“, sagt der Orgelbaumeister, der noch zu DDR-Zeiten den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und seitdem einen eigenen Betrieb leitet.

Zu den Besonderheiten dieser Orgeln gehört auch, dass sie pneumatisch und nicht mechanisch betrieben werden und das Holz der Orgelpfeifen „aus einer bestimmten Holzart, die aus den USA stammt, besteht. Dieses Holz ist sehr harzreich und damit resistent gegen Wurmbefall“, erklärt Reinhard Hüfken.