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24.9.2018

Pressespiegel

Unser Tipp zur Steuerpflicht von „Privatverkäufen“ bei EBAY in BBGLIVE

Steuertip zur Steuerpflicht von „Privatverkäufen“ bei EBAY in BBGLIVE
Steuertip zur Steuerpflicht von „Privatverkäufen“ bei EBAY in BBGLIVE

Drei, zwei, eins - meins. Dieser Slogan von ebay lockt viele Verkäufer, sich auch von privaten Sachen zu trennen und dafür Erlöse als zusätzliches Taschengeld zu erzielen.

Wegen der Höhe wird dem endgültigen Versteigerungserlös entgegen gefiebert - aber kaum einer denkt daran, dass hier auch das Finanzamt mit fiebert und auf der Lauer liegt.

Unser Hinweis:

Die Steuerfahndung beobachtet regelmäßig die ebay-Aktivitäten. Vor allem bei einer Vielzahl von Bewertungen oder großen Erlösen ermittelt sie dann im einzelnen über viele Jahre , was an wen zu welchem Preis versteigert wurde.

Wir beraten Sie gern über die richtige steuerliche Behandlung Ihrer ebay-Erlöse, damit bei Ihnen ein „Hausbesuch“ der Steuerfahndung nicht erfolgen muss. Denn in dem folgenden Urteilsfall ging es zunächst nur um Umsatzsteuer. Aber die Folge der hier angenommenen unternehmerischen Tätigkeit des Verkäufers ist, dass für die erzielten Gewinne auch Einkommensteuer und Gewerbesteuer gezahlt werden müssen.

Das Urteil:

Erst kürzlich hat das Finanzgericht Baden-Württemberg hat in einem Urteil (Az. 1 K 3016/08) entschieden, dass eine private Auktion auf der Internet-Plattform „ebay“ den Verkäufer unter bestimmten Voraussetzungen zur Abführung von Umsatzsteuer verpflichtet.

Die Kläger versteigerten im Streitfall über einen Zeitraum von etwa drei Jahren bei ebay ca. 1.200 Gebrauchsgegenstände (Spielzeugpuppen, Füllfederhalter, Porzellan und ähnliche Dinge) und erzielten hieraus jährlich zwischen 20.000 € und 30.000 €.

Damit lag ihr Erlös deutlich über dem Grenzbetrag, bis zu dem bei Anwendung "Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)" in der Regel keine Umsatzsteuer anfällt.

Die Kläger waren der Ansicht, dass die als „privat“ deklarierten Verkäufe umsatzsteuerfrei sind, da sie ja nur Gegenstände veräußert hatten, die sie vorher aus einer Sammlerleidenschaft heraus und ohne die Absicht, diese später wieder zu verkaufen, über einen langen Zeitraum hinweg erworben hätten.

Das Finanzgericht ging jedoch davon aus, dass die Kläger im Streitfall als Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetztes (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG) anzusehen sind.

Dies setzt regelmäßig voraus, dass es sich um eine nachhaltige Betätigung handelt. Hiervon ist bei einer derart intensiven und auf Langfristigkeit angelegten Verkaufstätigkeit auszugehen.

Die Verkaufstätigkeit der Kläger wurde im Streitfall mit erheblicher Intensität betrieben und hat einen nicht unerheblichen Organisationsaufwand erfordert.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil Revision bei dem Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen V R 2/11 eingelegt wurde.