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15.10.2018

News

11.04.2017

OECD: Rund 50% des Gehalts gehen an den Staat

Deutschland gehört bei der Steuer- und Abgabenlast des Faktors Arbeit weiter zu den Spitzenreitern unter den Industrieländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine am 11.04.2017 vorgelegten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Danach musste ein lediger Angestellter ohne Kind im vergangenen Jahr im Schnitt 49,4 Prozent an den Staat abliefern. Im Kreis der OECD-Länder liegt Deutschland damit nach Belgien auf dem zweithöchsten Platz.

Die Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben sowie abzüglich staatlicher Zuschüsse in Deutschland lag auch 2016 wieder deutlich über dem Durchschnitt aller 35 OECD-Länder. Das liege insbesondere an den vergleichsweise hohen Sozialabgaben, die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden, heißt es in der Studie.

In Deutschland wirken sich vor allem die Sozialabgaben aus. Deshalb müsse nach Ansicht des Leiters des OECD-Büros in Deutschland umgeschichtet werden von Sozialabgaben und Steuern auf die Arbeit hin zu einer Besteuerung von beispielsweise Kapital, Grundbesitz, Immobilien oder auch eine Erhöhung der Öko-Steuer. So seien in Deutschland die Grundsteuern, die Steuern auf Kapital und auf Erbschaften vergleichsweise niedrig.

Die OECD empfiehlt zudem, die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung nicht nur an das Arbeitseinkommen zu koppeln, sondern an das gesamte Haushaltseinkommen eines Versicherten. Auch sollte die Beitragsbemessungsgrenze aufgehoben werden, die gerade für höhere Einkommen die Beiträge zu diesen Versicherungen deckelt.